Newsletter 09/2026
Wenn wenige Gramm über den Erfolg entscheiden
Gerade in der frühen pharmazeutischen Entwicklung sind wertvolle Wirkstoffe und Polymere oft nur in kleinsten Mengen verfügbar. Genau für solche Herausforderungen wurde der Three-Tec ZE 5 Extruder entwickelt. Seit 10 Jahren setzt die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg einen ZE 5 Extruder für ihre Forschung ein.
Der kompakte Laborextruder ZE 5 gehört zu den kleinsten Extrudern seiner Art weltweit und ermöglicht die Verarbeitung geringster Materialmengen bei gleichzeitig hoher Prozessflexibilität. Bereits mit unter einem Gramm Material lassen sich Extrudate herstellen, was den ZE 5 besonders für Forschung und frühe Entwicklungsphasen interessant macht.
Seit rund zehn Jahren setzt die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg einen ZE 5 Extruder in der Entwicklung pharmazeutischer Produkte ein. Im Mittelpunkt stehen dabei bioresorbierbare Polymere wie PLGA und Stärke, die zusammen mit Wirkstoffen und Additiven zu parenteralen Arzneimittelformulierungen verarbeitet werden. Die Anwendung erfolgt mittels Hot-Melt-Extrusion, wobei zylindrische Extrudate hergestellt werden.
Der entscheidende Grund für die Anschaffung des ZE 5 Extruders war die Möglichkeit, Kleinstmengen effizient zu verarbeiten und neue Formulierungen im Labormassstab mit sehr kleinen Durchmessern zu entwickeln: «Meine persönlich grösste Herausforderung war die Herstellung von Implantaten mit einem Durchmesser von rund 300 µm. Mit dem ZE 5 konnten reproduzierbare Implantate sowie unterschiedlichste Formulierungen hergestellt werden.» sagt Dr. Eric Lehner von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Gerade diese Kombination aus minimalem Materialverbrauch und hoher Präzision macht den ZE 5 für viele Entwicklungsprojekte äusserst interessant. Werden teure Wirkstoffe oder Spezialpolymere eingesetzt, zählt jedes Gramm. Die Möglichkeit, bereits mit sehr kleinen Ansätzen aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, spart nicht nur Material, sondern beschleunigt auch die Formulierungsentwicklung.
Auch im Laboralltag hat sich der Extruder bewährt. Unterschiedliche Mitarbeitende arbeiten regelmässig mit dem Extruder und wechseln häufig zwischen verschiedenen Rezepturen. Die Demontage und die Reinigung erfolgt dabei unkompliziert.
Und die erzielten Resultate sprechen für sich: Aus den Arbeiten mit dem ZE 5 entstanden verschiedenste wissenschaftliche Publikationen, Promotionsarbeiten sowie ein Patent.
Die von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit dem ZE 5 entwickelten Formulierungen und Implantate sind beispielsweise für Anwendungen am Innenohr, zur Behandlung von Periodontitis und Malaria sowie für antispasmodische und neuroprotektive Therapien im Gehirn vorgesehen. Einige der Publikationen:
- Intracochlear PLGA based implants for dexamethasone release: Challenges and solutions (Link(opens in new tab))
- Microimaging of a novel intracochlear drug delivery device in combination with cochlear implants in the human inner ear (Link(opens in new tab))
- Controlled release minocycline-lipid-complex extrudates for the therapy of periodontitis with enhanced flexibility (Link(opens in new tab))
- Controlled release starch-lipid implant for the therapy of severe malaria (Link(opens in new tab))
Zur Person
Dr. Eric Lehner hat Pharmazie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg studiert und dort im Fach Pharmazeutische Technologie mit einer Arbeit zur Entwicklung von Arzneistoffträgersystemen für die kontrollierte Freisetzung von Dexamethason an das Innenohr promoviert. Derzeit habilitiert er an der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Entwicklung innovativer Drug-Delivery-Systeme für das Innenohr, insbesondere bioabbaubarer Wirkstoffimplantate zur Reduktion des Insertionstraumas bei Cochlea-Implantationen. Die entwickelten Implantate werden derzeit in verschiedenen präklinischen Modellen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit untersucht.
3D-Cochlea-Rekonstruktion mit Elektrode (braun) und PLGA-Implantat (hellblau)
Massgeschneiderte Dosierung für jede Anwendung
Der Spezialist für Dosiergeräte bei Three-Tec, Daniel Widmer, beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Thema Dosierung.
Welche Branchen setzen Dosiergeräte von Three-Tec typischerweise ein und welche Anforderungen haben diese Kunden?
Die Vorteile unserer Dosiergeräte sind neben kundenspezifischen Lösungen oder Anpassungen auch überdurchschnittliche Qualität, gute Reinigbarkeit, hochwertige Materialien, langlebige Antriebe, gute Abdichtungen und auf Wunsch sind die Geräte mit allen möglichen Arten von Zertifikaten erhältlich, dazu gehören auch explosionsgeschützte Ausführungen mit ATEX-Zertifikat. Unsere Geräte werden häufig in der Chemie-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie eingesetzt, finden grundsätzlich jedoch in nahezu allen Branchen Anwendung. Jegliche Arten von Feststoffen können damit dosiert werden. Speziell entwickelt für schwerfliessende und mikronisierte Pulver, können wir aber auch Griess, Körner, Mikro-Granulate, Pellets, Flocken, Schnipsel oder auch Fasern dosieren.
Welche Eigenschaften eines Materials bestimmen die Auswahl des passenden Dosiergerätes?
Das gehört zu den sehr wichtigen Fragen, weil dies den Preis eines Dosiergerätes stark beeinflusst. Je nach Fliessfähigkeit und Art des Schüttgutes wird der Dosiergerätetyp ausgewählt. Einschneckendosiergeräte ohne Austragshilfe/Brückenbrecher funktionieren gut mit freifliessenden Schüttgütern. Einschneckendosiergeräte mit einer Austragshilfe funktionieren gut mit gutfliessenden bis leicht brückenbildenden Schüttgütern. Doppelschneckendosiergeräte haben bei Three-Tec immer eine Austragshilfe und werden für schlecht fliessende Schüttguter, die stärker zu Brückenbildung neigen, eingesetzt. Das sind oftmals pulverförmige Dosiergüter.
Welche Herausforderungen treten beim Dosieren von schlecht fliessenden Schüttgütern auf?
Schlecht oder sehr schlecht fliessende Schüttgüter sind oftmals ‘kohäsiv’ (zusammenhaftend). Je feiner ein Pulver ist, desto kohäsiver ist es. Das führt dazu, dass die Brückenbildung im Dosiertrichter so störend ist, dass selbst Austragshilfen ungenügend helfen und einen instabilen Austrag verursachen. Um diese Pulver gleichmässig zu dosieren hat Three-Tec das Flachbodendosiergerät entwickelt. Es ist ein Doppelschneckendosiergerät mit einem zylindrischen oder negativ konischen Behälter bis ganz nach unten zu den Dosierschnecken. Diese Form und Ausführung verhindert die Brückenbildungs-Problematik und es hilft auch bei sehr leichten Pulvern welche expandiert, hohl, porös oder amorph sind, um gleichmässig und schnell die Dosierschnecke zu befüllen.
Was unterscheidet volumetrische von gravimetrischen Dosiersystemen und wann kommt welche Technologie zum Einsatz?
Volumetrische Dosiergeräte werden bevorzugt in Anwendungen eingesetzt, bei denen keine hohen Anforderungen an die Genauigkeit gestellt werden, da sie im Vergleich zu gravimetrischen Systemen kostengünstiger sind. Überall dort wo eine Nachvollziehbarkeit des Prozesses und/oder eine hohe Genauigkeit gefordert ist, werden gravimetrische Dosiergeräte eingesetzt. Einem volumetrischen Dosiergerät müssen Zusatzkomponenten in Form einer Plattformwaage und Differentialdosiersteuerung hinzugefügt werden, damit die Dosierung gravimetrisch arbeiten kann. Volumetrische Dosiersysteme arbeiten mit gleichbleibenden Drehzahlen und können nicht automatisch regeln. Bei gravimetrischen Dosiersystemen wird die Austragsmenge durch die SPS-Steuerung kontinuierlich gemessen und geregelt, um eine vorgegebene Durchsatzmenge gleichbleibend und dauerhaft zu halten. Einflüsse wie Behälter-Füllstandhöhe, Schüttdichte-Unterschiede oder ungleichmässiges Fliessverhalten werden durch anpassen der Schneckendrehzahl korrigiert. Die Wägezelle, welche das Differentialgewicht misst, ist dabei allen möglichen Arten von Störeinflüssen wie Vibrationen, Luftzug oder Temperatur ausgesetzt, welche die Steuerung erkennt und herausfiltert.
Warum ist eine präzise Dosierung in industriellen Anwendungen so wichtig?
Dosiergeräte werden nicht nur für Einzel-Abfüllungen benötigt. Wenn mehrere Dosiergeräte nötig sind, um Mischungen und Rezepturen zu erstellen, etwa für nachfolgende Verarbeitungsgeräte wie beispielsweise Mischer oder Extruder, so beeinflusst das die Qualität des Endproduktes. Gleichmässig austragende Dosierungen machen Prozesse sicherer und Endprodukte identischer.
Wie gelingt es, selbst sehr kleine Mengen präzise und reproduzierbar zu dosieren?
Das dosieren kleiner Mengen oder kleinen Durchsätzen, egal ob batch-, chargenweise oder kontinuierlich, ist nur mit hochgenauen Wägezellen möglich, sowie den dafür geeigneten Dosiergeräten. Diese Wägezellen müssen zwangsweise digital sein. Es reicht dabei nicht aus, digitale DMS (Dehnmesstreifen-Technik) zu verwenden. Es müssen spezielle und optimierte Wäge-Messmethoden zur Anwendung kommen, wie sie Mettler-Toledo in ihren hochgenauen, digitalen Wägemodulen einsetzt. Nur diese Systeme liefern die entsprechenden Werte damit die Dosiersteuerung korrekt geregelt werden kann. Entsprechend den kleinen Mengen sind auch ‘kleine’ Dosiergeräte nötig. Three-Tec hat dafür speziell kleine Doppelschneckendosiergeräte mit einem Schneckendurchmesser von nur 5 und 9 mm im Sortiment.
ATEX-Anforderungen spielen in vielen Industrieanwendungen eine wichtige Rolle. Welche besonderen Herausforderungen ergeben sich dadurch für die Auslegung und den Betrieb von Dosiergeräten?
Überall dort, wo im Betrieb Gefahren auftreten können, ist der Endanwender beziehungsweise Endbetreiber dafür verantwortlich, die erforderlichen Sicherheitsmassnahmen umzusetzen und einen sicheren Betrieb zu gewährleisten. Sicher bedeutet aber nicht nur, dass das Gerät CE-konform ist. Können entzündbare Stäube oder Gase im Gerät oder seiner Umgebung vorkommen oder entstehen, so muss der Explosionsschutz beachtet werden (Richtlinien 2014/34/EU und 1999/92/EG). Das kann bei einer Pulver-Dosierung je nach Material sehr oft der Fall sein. Der Endanwender muss für seine Anlage und örtlichen Gegebenheiten die ATEX-Zone bestimmen und vorgeben. Three-Tec als Maschinenhersteller kann vorab Empfehlungen geben und setzt diese Vorgaben dann um. Es ist ein sehr komplexes Thema, welches Schulung und Wissen voraussetzt. Es müssen spezielle Antriebe eingesetzt werden, es benötigt je nach ATEX-Zone sogar eine extra Abnahme durch eine unabhängige, benannte Stelle.
Gibt es ein besonders spannendes Kundenprojekt oder eine anspruchsvolle Dosieraufgabe, die dir in Erinnerung geblieben ist?
Das Schöne an der Verfahrenstechnik und Prozesstechnik ist, dass immer wieder neue Herausforderungen auf einem zukommen. Probleme müssen gelöst werden, wo andere keine Lösungen haben oder die angedachte Lösung nicht genügend gut funktioniert hat. Es benötigt deshalb viel Erfahrung und Wissen, um genau in solchen Fällen den Kunden helfen zu können. Interessante Projekte gibt es viele. Spezielle Projekte sind beispielsweise sehr tiefe oder sehr hohe Temperaturen und/oder hohe Drücke, so wie sie beispielsweise in Reaktoren vorkommen, oder im Wissen, dass damit sehr gefährliche Stoffe dosiert und verarbeitet werden, oder so kleine Mengen dosiert werden, dass man fast einzelne Körner zählen könnte. Immer besonders sind Projekte dann, wenn man weiss, dass damit auf der Welt etwas wirklich Gutes bewirkt wird.
Zur Person
Daniel Widmer ist gelernter Konstrukteur und seit 11 Jahren bei Three-Tec beschäftigt. Er ist als Projektleiter der Spezialist für Dosiergeräte und spezifische Anwendungen wie der Verarbeitung von schwer zu dosierenden Produkten, Anwendungen in ATEX-Umgebungen, sowie Berechnungen und Auslegungen für Anlagen mit vielen Geräten.
Dosierung in einem Flachbodendosiergerät
Aktuelle Projekte
Viele unserer Geräte werden nach spezifischen Anforderungen der Kunden speziell für ihre Zwecke entwickelt und produziert. Wir zeigen Ihnen einige Geräte und Anlagen, die in den vergangenen Monaten fertiggestellt und ausgeliefert wurden.
Extruder für Anwendungen im Bereich Mechanochemie
Geräte:
Extruder ZE 9 HMI mit Barrelkühlung, Flachbodendosiergerät ZD 9 FB
Branche/Verwendung:
Verschiedene Prozesse im Bereich Mechanochemie
Besonderheit:
Die produktberührenden Teile wurden aus Super-Duplex-Stahl 1.4410 gefertigt, um eine hohe Korrosionsbeständigkeit gegenüber der aggressiven Prozessumgebung der vom Kunden eingesetzten Materialien zu gewährleisten. Das Dosiergerät ist mit einem Clamp-Deckel mit Gasanschluss für die Stickstoffüberlagerung des Materials ausgestattet. Das Auslaufrohr hat ein abgedichtetes Design mit direktem Anschluss an das Extruderbarrel, um den Kontakt der verarbeiteten Materialien mit Luftsauerstoff zu verhindern.
Extruder für Kunststoff-Forschung
Geräte:
Extruder ZE 12 mit Barrel 40:1, Dosiergerät ZD 12 B
Branche/Verwendung:
Forschung im Bereich Kunststoffe und Kunststoff-Recycling
Besonderheit:
Die Extruderschnecken sind durch spezielle, elektrisch isolierende Schneckenwellen und Gegenlagerstützen vom Rest des Extruders isoliert, da die Schnecken mit einer Spannung beaufschlagt werden, um das extrudierte Material zu beeinflussen.
Hochpräzise Batch-Dosiergeräte
Geräte:
Zwei Flachbodendosiergeräte ZD 9 FB mit digitaler Plattformwaage 32 kg
Branche/Verwendung:
Hochpräzise Batchdosierung für industrielle Anwendungen im Bergbau
Hybrid-Extruder für die Forschung in der kleinskaligen Polymerprozessierung
Geräte:
Hybrid‑Extruder ZE 5/12, Flachbodendosiergerät ZD 9 FB, Aufwickler, Folienwalze, Umwälzthermostat, Heissabschlag, Granulator
Branche/Verwendung:
Universitäre Forschung in der kleinskaligen Polymerprozessierung, Materialentwicklung und wissenschaftlicher Ausbildung
Hybridextruder für Reaktive Extrusion
Geräte:
Extruder ZE 5/9 Hybrid mit mehreren Barrels und Schneckenpaaren, zwei gravimetrische Dosiergeräte ZD 5 und ZD 9 auf einer Plattformwaage
Branche/Verwendung:
Reaktive Extrusion, universitäre Forschung
Ihr Ticket für die Fakuma 2026
Besuchen Sie uns in Friedrichshafen und erleben Sie innovative Lösungen für Dosierung, Extrusion und Compoundierung. Mit unserem Ticketcode erhalten Sie kostenlosen Zugang zur Messe.
Vom 12. bis 16. Oktober 2026 sind wir auf der Fakuma in Friedrichshafen vertreten. Besuchen Sie uns in Halle A6, Stand 6417 und erfahren Sie mehr über unsere Anlagen und Technologien für Forschung, Entwicklung und Produktion.
Gerne zeigen wir Ihnen unsere Lösungen im persönlichen Gespräch und diskutieren Ihre individuellen Anforderungen.
Für Ihren kostenlosen Messebesuch können Sie sich mit dem Ticketcode YHRAF-GRE3T unter www.schall-registrierung.de(opens in new tab) registrieren.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!