Newsletter 05/2026

Zartere Fleischalternativen aus dem Extruder

Ein Forschungsteam der Universität Massachusetts hat mithilfe eines Extruders von Three-Tec gezeigt, dass die direkte Einleitung von Stickstoffgas im Extrusionsprozess die Textur pflanzlicher Fleischalternativen gezielt verbessern kann.

Die charakteristischen Textureigenschaften verschiedener Fleischsorten wie Biss, Saftigkeit oder Faserigkeit lassen sich mit pflanzlichen Proteinen nur schwer replizieren. Die Hochfeuchtextrusion (high-moisture extrusion) ist eine der wichtigsten Technologien zur Herstellung faseriger, anisotroper Fleischersatzprodukte. Das Verfahren erzeugt jedoch typischerweise dichte, kaum poröse Extrudate, die zu zäher Textur neigen und die Aufnahme von Aromen und Farbstoffen erschweren. Die Studie von Dr. Lutz Grossmann und seinem Forschungsteam der Universität Massachusetts, untersuchte, ob eine gezielte Stickstoffgaseinleitung direkt im Extrusionsprozess die Textur verbessern kann.
Eingesetzt wurde ein gleichläufiger Doppelschneckenextruder ZE 12 von Three-Tec. Als Ausgangsmaterial diente Sojaproteinkonzentrat (66,1 % Protein) bei einem Wassergehalt von 65 % im Endprodukt. Stickstoffgas wurde mit Volumenströmen von 0 bis 40 ml/min über speziell von Three-Tec gefertigete Injektionsports eingebracht. Untersucht wurden zwei Injektionspositionen im Extruderbarrel: der Mittelbereich (Barrel 3, 100 °C) und der Endbereich (Barrel 4, 120 °C).
Mit steigendem Gasvolumenstrom sank die Dichte der Extrudate um bis zu 14,8 %. Die Porosität erhöhte sich im Mittelbereich von 2,1 % auf 9,4 %, im Endbereich sogar auf 15,3 %. Grössere und unregelmässigere Poren entstanden bevorzugt bei Injektion im Endbereich bedingt durch die höhere Temperatur. Härte und Kaubarkeit nahmen mit steigendem Gasstrom deutlich ab. Gleichzeitig wurden die Extrudate heller und optisch faseriger. Der elastische Anisotropieindex stieg von 1,35 (ohne Gas) auf maximal 1,70 bei einem Gasstrom von 5 ml/min im Mittelbereich.
Der Extruder ermöglicht in Kombination mit gezielter Stickstoffgaseinleitung eine präzise Steuerung von Textur, Porosität und Fasrigkeit pflanzlicher Hochfeuchtextrudate. Der Gasvolumenstrom hat dabei den stärksten Einfluss, während die Injektionsposition die Porengrösse und die visuelle Faserstruktur moduliert. Die optimale Zartheit wird bei einem Gas-zu-Durchsatz-Verhältnis von 0,79 % erzielt, die höchste Anisotropie bereits bei 0,098 %. Durch Anpassung beider Parameter lassen sich unterschiedliche Fleischtypen besser nachahmen. Darüber hinaus eröffnet die erhöhte Porosität Möglichkeiten für die Nachverarbeitung: Poröse Strukturen nehmen Marinaden, Aromen und Farbstoffe effizienter auf.

«Tischextruder stellen ein unverzichtbares Werkzeug in der Forschung dar. Die massgeschneiderten Lösungen von Three-Tec bieten uns dabei die Flexibilität, sowohl mit neuartigen Rohmaterialien als auch mit innovativen Technologien zu arbeiten.»
Dr. Lutz Grossmann, Department of Food Science, University of Massachusetts

Hier finden Sie das komplette Paper «Tailoring anisotropy and tenderness in high-moisture extruded plant protein structures by in-line microfoaming».

Zwei Schneckendurchmesser, ein Gerät: Der Laborextruder Hybrid

Bei einem Laborextruder ist die Wahl des richtigen Schneckendurchmessers entscheidend. Wer sich nicht einschränken will und Versuchsreihen mit verschiedenen Durchmessern durchführen möchte, findet im Laborextruder Hybrid die ideale Lösung.

In der frühen Phase der Formulierungsentwicklung stehen Forschenden häufig nur sehr geringe und oftmals kostenintensive Wirkstoffmengen zur Verfügung. Gleichzeitig erfordert die Entwicklung einer optimalen Rezeptur zahlreiche Versuchsreihen. Diese Kombination aus begrenzten Ressourcen und hohem experimentellem Bedarf stellt besondere Anforderungen an die eingesetzte Prozesstechnologie. Mit dem Laborextruder Hybrid bietet Three-Tec eine Lösung, die speziell für Extrusionsprozesse im ressourcenschonenden Miniaturmassstab entwickelt wurde.

Als Kombigerät bietet der parallele Doppelschnecken-Laborextruder Hybrid die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Extrudergrössen. Drei Variationen mit jeweils zwei wählbaren Schneckendurchmessern (5, 9 oder 12 mm) sind erhältlich. Insbesondere bei der Variante mit 5 mm Schneckendurchmesser und einem L/D-Verhältnis von 15:1 lässt sich dank eines extrem kleinen Leervolumens von nur 1,2 cm³ der Verbrauch an Wirk- oder Zielstoffen drastisch reduzieren. Kleinstansätze sind bereits ab 1 Gramm realisierbar. Da in unseren Laborextrudern nur sehr geringe Restmengen verbleiben, wird eine hohe Ausbeute der eingesetzten Materialien erreicht. Bei einer Ausgangsmenge von einem Gramm ist beispielsweise eine Extrusionsmenge von 0.7 bis 0.8 g realistisch. Die Ergebnisse liefern eine verlässliche Grundlage für reproduzierbare Skalierungen in grössere Produktionsmassstäbe.

Ein wesentliches Merkmal des Laborextruder Hybrid ist seine hohe Flexibilität. Durch die universelle Verwendung von Heizkartuschen, Kühlungen, Düsenplatten sowie Druck- und Temperatursensoren kann der Extruder innerhalb weniger Minuten von 5 mm auf 9 mm oder 12 mm Schneckendurchmesser umgerüstet werden. Dadurch erweitert sich der Anwendungsbereich deutlich gegenüber herkömmlichen Laborextrudern. Die modulare Bauweise der Schnecken mit Förder-, Rückförder-, Misch- und Knetsegmenten – auch bei unserem kleinsten unserer Extruder – erlaubt eine präzise Anpassung an unterschiedlichste Extrusionsprozesse.

Mit dem Laborextruder Hybrid verbindet Three-Tec ressourcenschonendes Arbeiten, hohe Flexibilität und präzise Prozesskontrolle. Für Forschungsteams, die mit kleinen und wertvollen Materialmengen arbeiten, eröffnet diese Technologie neue Möglichkeiten, Formulierungen schneller und wirtschaftlicher zu entwickeln.

Laborextruder Hybrid ZE 9/12, Detail
Laborextruder Hybrid ZE 9/12, Detail
Laborextruder Hybrid ZE 5/9
Laborextruder Hybrid ZE 5/9, Detail
Laborextruder Hybrid ZE 5/12
Laborextruder Hybrid ZE 9/12

Aktuelle Projekte

Viele unserer Geräte werden nach spezifischen Anforderungen der Kunden speziell für ihre Zwecke entwickelt und produziert. Wir zeigen Ihnen einige Geräte und Anlagen, die in den vergangenen Monaten fertiggestellt und ausgeliefert wurden.

Extruderanlage mit Laser Messkopf

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Geräte:
Extruder ZE 9 HMI, Flachbodendosiergerät ZD 5 FB gravimetrisch, Kühlförderband, Laser Messkopf von einem Drittanbieter

Branche/Verwendung:
Forschung im Medizinal-/Pharmabereich mit 3D-Druckn

Besonderheit:
Mit dem 2-Achs-Lasermesskopf wird das Extrudat entweder am Ende des Prozesses zu Dokumentationszwecken oder bereits zwischen dem Austritt an der Düse und dem Abzugsband vermessen. Erfolgt die Messung bereits zwischen Düse und Abzugsband, kann die Abzugsgeschwindigkeit geregelt werden, um einen konstant gleichmässigen Durchmesser zu gewährleisten.

Extruder als Ergänzung einer bestehender Anlage

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Geräte:
Extruder ZE 12 HMI, zweigeteiltes Barrel, Micro-Drucksensoren und Isolationsmanschette für die Heizzonen, spezielle Sensorbox für die Drucksensoren

Branche/Verwendung:
Anwendungen im Bereich Mechanochemie

Besonderheit:
Der Extruder ZE 12 ergänzt einen bestehenden Extruder ZE 9, der bereits in der Laborproduktionslinie integriert ist.
Da das zugeführten Material eine extrem niedrige Viskosität hat, ersetzt ein Einlassventil am Barrel den herkömmlichen Einlauftrichter. Die Schneckenelemente wurden auf Kundenwunsch speziell konstruiert, um einen Nullabstand zwischen Förder- und Knetelementen zu gewährleisten. Mikrosensoren am Barrel messen Temperatur und Druck und werden über eine separate Sensorbox ausgelesen. Das Barrel ist ausserdem isoliert um den Energieverbrauch durch Wärmeverluste zu minimieren.

Dosiergerät für die Abfüllung von brückenbildendem Pulver

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Geräte:
Flachbodendosiergerät ZE 9 FB gravimetrisch

Branche/Verwendung:
Präzise Abfüllung von feinem, brückenbildendem Pulver

Besonderheit:
Der Kunde war vor der Bestellung in unserem hauseigenem Labor und hat bei uns nach langer Suche die richtige Lösung gefunden. Per Knopfdruck wird eine automatische und hochpräzise Batch-Dosierung ausgelöst. Damit wird eine sehr aufwändige und zeitintensive eine Abfüllung von Hand mit einer Präzisionswaage ersetzt.

Extruder mit Rezirkulationskanal

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Geräte:
Extruder ZE 5 HMI mit Rezirkulationskanal im Barrel, Flachbodendosiergerät ZD 5 FB i6000 mit integrierten Wägezellen

Branche/Verwendung:
Biotechnologie

Besonderheit:
Das Barrel wurde mit einem Rückführungskanal ausgestattet. Dank diesem kann das Material nach einem Extrusionsvorgang wieder zurück zur Schnecke geführt und der Vorgang beliebig oft wiederholt werden bis der gewünschte Verarbeitungsgrad erreicht wurde. Danach kann das Ventil am Auslass umgeschaltet und durch eine Standarddüse extrudiert werden.

Sonderanfertigung Bodenräumer

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Geräte:
Sonderanfertigung Bodenräumer für ein bestehendes Flachbodendosiergerät ZD 5 FB, das mit einem ZE 5/12 Laborextruder Hybrid betrieben wird.

Branche/Verwendung:
Universitäre Forschung

Besonderheit:
Das Design des Bodenräumers wurde in Zusammenarbeit mit dem Kunden entwickelt. Es verbessert das Fliessen des schwer zu dosierenden Produkts in den Schneckenkanal.

Messeteilnahmen 2026: Erleben Sie unsere Geräte im Einsatz

Auch in diesem Jahr sind wir auf ausgewählten Fachmessen vertreten und präsentieren unsere Geräte im direkten Austausch mit dem interessierten Fachpublikum.

Im Laufe des Jahres nehmen wir an verschiedenen Fachmessen teil. Dabei nutzen wir die Gelegenheit, unsere Geräte im praktischen Einsatz zu zeigen und mit Anwenderinnen und Anwendern ins Gespräch zu kommen. Unsere Experten vor Ort beantworten Fragen, geben Einblicke in aktuelle Entwicklungen und zeigen praxisnahe Anwendungen.

Auf folgenden Veranstaltungen sind wir in diesem Jahr vertreten:

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PPS-41: 41. Internationale Konferenz der Polymer Processing Society

31. Mai bis 4. Juni 2026, Paestum (Salerno), Italien

Die Konferenz bringt Akademiker, Forschende und Industrievertreter zusammen, um aktuelle und zukünftige Entwicklungen in der Polymerverarbeitung zu diskutieren.

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30. Fakuma

12. bis 16. Oktober 2026, Friedrichshafen, Deutschland

Die Fakuma gilt als wichtiger Branchentreffpunkt der Kunststoffverarbeitung, insbesondere in den Bereichen Spritzgießen, Extrusion und Thermoforming.

Besuchen Sie uns in Halle A6, Stand 6417.

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LAB-SUPPLY Freiburg

21. Oktober 2026, Freiburg, Deutschland

Die regionale Fachmesse bietet einen Überblick über instrumentelle Analytik, Labortechnik, Laborchemikalien und Life Science.

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AAPS PharmSci 360

25. bis 28. Oktober 2026, New Orleans, USA

Die Veranstaltung vereint internationale Fachleute aus der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung. Unsere Geräte werden durch unseren Vertriebspartner Xceptional Instruments präsentiert.

Mehr Informationen finden Sie hier. Wir freuen uns darauf, bekannte und neue Kontakte auf den Messen zu treffen.

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